Der Mikrokredit
Ein Mikrokredit ist ein Kleinstkredit. Dieser wird von einem Euro bis hin zu 1.000 Euro ausbezahlt und zwar vor allem an Kleingewerbetreibende in Entwicklungsländern. Mikrokredite werden meist von spezialisierten Finanzdienstleistern sowie nicht staatlichen Organisationen, vor allem zur Förderung der Entwicklung ausgegeben.
Die Geschichte des Mikrokredites
Ein Mikrokredit ist ein Instrument innerhalb der Entwicklungspolitik. Dabei sind sie nicht Mal eine neue Erfindung, denn schon vor 150 Jahren wurde sie von Friedrich Wilhelm Raiffeisen eingeführt. Damals basierten sie auf einen Selbsthilfe- und Solidaritätsprinzip. Seit 2006 können über ein gemeinnütziges Unternehmen sowie über das Internet Mikrokredite direkt an ausgewählte Kreditnehmer in Entwicklungsländern vergeben werden.
Arbeitsweise und Refinanzierung
Die Rückzahlung eines Mikrokredites erfolgt in besonders sozialer Weise. Es gibt hierzu spezielle Kredittechnologien. Verzinst wird dieser Kredit über sogenannte einfache Zinsen. Es gibt keine Zinseszinsen und durch die Einhaltung der Regeln sowie wachsender Professionalisierung bekommen viele Mikrofinanzinstitute nicht selten eine Rückzahlungsquote von 95 bis 100 Prozent. Für Mikrokredite liegt der effektive Jahreszins oft bei über 20 Prozent p.a, dies wird durch die intensive Beratung und die höheren Kosten begründet. Das Geld für Mikrokredite kommt zum einen aus Spareinlagen der Bevölkerung und teilweise auch von internationalen Kapitalgebern. Es kommen aber auch Privatpersonen als Spender für Geldmittel vor.
In der Regel haben arme Kleingewerbetreibende keinen Zugang zu herkömmlichen Bankkrediten. Sie können meist keine Sicherheiten bieten oder der Aufwand über die klassischen Banken ist zu hoch. Stattdessen geraten diese oft an Kredithaie. Daher können Mikrokredite gerade diesem Personenkreis helfen und deren wirtschaftliche Tätigkeit erhöhen. Sie erreichen damit wieder einen Lebensstandard, organisierte Arbeit, und betriebswirtschaftliche Kompetenz. Allerdings sind diese Kredite auch kein Wundermittel, da sie einen bestimmten Grad an Selbstständigkeit dennoch voraussetzen. Daher erreichen sie meist gerade die Ärmsten der Armen nicht.
Kritik und Praxis
Bis April 2010 hat der Markt für Mikrokredite ein Volumen von 60 Milliarden US-Dollar erreich. Die Grameen Bank, als einer der Initiatorinnen der Mikrokredite ist dazu übergegangen, diese Kredit in drei Arten zu vergeben. Zum einen das Unternehmens-Darlehen mit einem Zinssatz von etwa 20 Prozent, dem Baudarlehen mit acht Prozent Zinsen sowie dem Bildungskredit mit einem Zinssatz von fünf Prozent. Die Höhe der Unternehmenskredit-Zinsrate ist innerhalb der Öffentlichkeit wie auch bei Fachleuten stark umstritten. Aber dennoch sind die Zinsen und Kreditbedingungen der entwicklungspolitischen Mikrofinanzinstitutionen deutlich kalkulierbarer und günstiger als bei herkömmlichen Geldverleihern. Gerade die aller Ärmsten kommen aber meist als Kreditnehmer nicht in Frage. Es fehlt ihnen an dem nötigen Einkommen um den Mikrokredit zurückzahlen zu können. Auch herkömmliche Kreditinstitute vergeben inzwischen Mikrokredite. Innerhalb Deutschlands hat die Bundesregierung Anfang 2010 einen Mikrokreditfonds eingerichtet. Zugang zu Mikrokrediten sollen vor allem Kleinstunternehmer und Existenzgründer erhalten und können über zertifizierte Vergabestelle beantragt werden. Die Antragstellung erfolgt in der regel nach einem definierten Ablauf. Nach Prüfung der Kreditunterlagen und anschließender Genehmigung, erfolgt die Auszahlung meist schon innerhalb zehn Tagen.
